„Tod des Brauchtums“
Vereine sagen Wickeder Dorffest wegen Rauchverbot ab
WICKEDE. Das neue absolute Rauchverbot fordert sein erstes Opfer in der Dortmunder Festlandschaft. Die Interessengemeinschaft Wickeder Vereine hat das traditionelle Dorffest Wickede abgesagt – und schießt scharf gegen das neue Rauchverbot. Das sei der „Tod des Brauchtums und der örtlichen Tradition“.
Eigentlich sollte das Dorffest in den Sommerferien (2. bis 4. August) auf dem Schulhof der drei Schulen am Dollersweg stattfinden. Doch nun verkündeten die Veranstalter das endgültige Aus des Festes – mit einer Pressemitteilung, in der sie das Rauchverbot aufs Schärfste angreifen.
„Mit absolutem Unverständnis“ habe die Interessengemeinschaft Wickeder Vereine (IWV) zur Kenntnis nehmen müssen, das auf schulischem Gelände ein absolutes Rauchverbot gelte, und zwar ohne Ausnahme.

Auch gefährlich für den Karneval? Die IWV geht sogar noch weiter: Langfristig würde das Rauchverbot die Zukunft von Brauchtumsvereinen wie etwa Karnevalsgesellschaften gefährden. Als Beispiel wird derKarnevalsverein K.G Rot-Gold Dortmund-Wickede aufgeführt: „Während der großen Karnevalssitzungen, die bekanntlich im Winter stattfinden, werden die Feiernden genötigt, bei Minustemperaturen einige hundert Meter weit zu laufen, um dann am Grüningsweg ihre Zigarette zu rauchen.““Wer glaubt, dass rauchende Karnevalisten solche Zumutungen auf sich nehmen, hat nachweislich vom Leben in der Gemeinschaft keine Ahnung.“ Man unterstütze zwar“alle Bemühungen zum Jugendschutz und verbesserter Sicherheit“, betont der IWV, aber: „Ein Rauchverbot nach Schulschluß bei Veranstaltungen jeglicher Art bedeutet den Tod des Brauchtums und der örtlichen Tradition.“ In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass das Dorffest vom 28. bis 30. Juni stattfinden sollte. Das ist falsch. Tatsächlich war das Fest vom 2. bis 4. August geplant.