Bayernpartei will Rauchverbot in Gaststätten lockern
PEGNITZ. Rosa Kunter dreht konzentriert ein Blättchen Zigarettenpapier um eine kleine Menge Tabak ihrer Lieblingsmarke. Die 70-jährige Wirtin raucht seit einem halben Jahrhundert. Sie hat kein Verständnis dafür, dass in ihrer Gaststätte „Schwarzes Roß“ in Pegnitz seit drei Jahren niemand mehr rauchen darf. Deshalb findet sie das Volksbegehren „Wahlfreiheit für Wirte und Gäste“ auch richtig gut.
Die Bayernpartei möchte durch das Volksbegehren das Nichtraucherschutzgesetz lockern. „Wirte und Gäste werden durch das Gesetz bevormundet“, sagt Thomas Hummel, Vorsitzender der Bayernpartei München.
„Wir möchten, dass Raucherclubs wieder erlaubt werden, wenn sie nach außen kenntlich gemacht werden.“ So könne jeder Gast selbst entscheiden, ob er eine Gaststätte, in der geraucht wird, betreten möchte.

Als in den USA darüber diskutiert wurde, die Sklaverei zu verbieten, schrien die Plantagenbesitzer auf: „Was ist mit unserem Recht auf Eigentum?“. Und dabei waren sie geistig nicht in der Lage zu erkennen, dass genau sie die elementarsten Rechte anderer missachteten!
Ähnlich verhält es sich mit den Rauchern: Jahre lang haben sie ohne jede Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen in ihrer Umgebung geraucht.
Bitten auf andere Rücksicht zu nehmen wurden und werden bestenfalls ignoriert. – Aber auch mit Gewalt beantwortet. Bekanntlich wurde in der Münchener U-Bahn ein Rentner von 2 jugendlichen Rauchern deshalb tot geprügelt!
Im übrigen ist es schon seltsam, dass etliche Wirte nicht bemühen, Nicht-Raucher als Kunden zu gewinnen, sondern vielmehr signalisieren, dass Nicht-Raucher als Gäste nicht erwünscht sind „Frankenberger hat hier Hausverbot“.
Weder die Tradition der Sklavenhaltung noch die der Rücksichtslosigkeit sind erhaltenswert. Ich hoffe, dass nach wie vor die Mehrheit der Menschen hier genauso sieht.
Jürgen